Handschuhe, die die Menschheit gerettet haben. #LassDichVomVirusNichtBesiegen

Die ersten Handschuhe wurden aus Leder hergestellt und bereits im 19. Jahrhundert verwendet. Im Laufe der Geschichte fanden sie immer breitere Anwendung. Sie begleiteten Hebammen, Chirurgen und Infektiologen. Im Jahr 1987 wurde in den USA zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin empfohlen, sie bei jedem Kontakt mit Patienten zu tragen. Heute geht ihre Verwendung über die Bedürfnisse des Gesundheitswesens hinaus – wir alle ziehen sie jeden Tag an, um uns vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu schützen. Was sollte man über medizinische Schutzhandschuhe wissen?
Die Geschichte des medizinischen Schutzhandschuhs
Die ersten von Ärzten verwendeten medizinischen Handschuhe bestanden aus Leder oder Strickstoff. Dr. Johann Waldbaum setzte sie 1758 bei der Drehung des Fötus ein.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden medizinische Handschuhe bei chirurgischen und geburtshilflichen Eingriffen zunehmend als Mittel zur Infektionsprävention eingesetzt. Doch noch in den 90er Jahren jenes Jahrhunderts verwendeten Chirurgen sie nicht routinemäßig während Operationen.
Im Jahr 1890 bestellte William Stewart Halsted die ersten medizinischen Gummihandschuhe bei der Goodyear Rubber Company. Bis heute gilt er als ihr erster Verbreiter und das Unternehmen als erster industrieller Hersteller.
Einer der ersten Chirurgen in der Geschichte der Weltmedizin und der erste polnische Arzt, der medizinische Handschuhe – und zwar aus Baumwolle – verwendete, war Prof. Jan Mikulicz-Radecki, Leiter der chirurgischen Klinik der Jagiellonen-Universität in Krakau. Dies geschah im Jahr 1887.
Die allgemeine Verwendung von medizinischen Handschuhen in der ärztlichen Praxis begann während des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1914–1918 bei lebensrettenden Eingriffen an verwundeten Frontsoldaten.
Im Jahr 1987 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin empfohlen, sie bei jedem Kontakt mit Patienten zu tragen. Dies geschah in den USA.
Im Jahr 2020 wurden zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit medizinische Handschuhe außerhalb des Gesundheitswesens verwendet – und zwar in großem Umfang und weltweit. Der Grund dafür ist die SARS-CoV-2-Pandemie.
Wovor schützen Handschuhe?
Auf nur 1 cm² menschlicher Haut befinden sich zwischen 100 und 100.000 Bakterienkolonien. Die gesamte Hautoberfläche umfasst 1,5–2 m², also 20.000 cm². Das bedeutet, dass unser gesamter Körper zu jedem Zeitpunkt mit bis zu 2.000.000.000 Kolonien bedeckt sein kann.
Unsere Hände sind der Hauptüberträger aller Krankheitserreger, Viren und Bakterien in den Körper. Innerhalb einer Stunde berühren wir unser Gesicht durchschnittlich 23 Mal.
Viren und Bakterien können sich auf den Händen zwischen 2 und 60 Minuten halten, auf Schutzhandschuhen hingegen bis zu 4 Stunden!
Die korrekte Anwendung eines wirksamen Handdesinfektionsmittels tötet bis zu 99,999 % der Bakterien sowie 99,99 % der Viren und Pilze ab. Allerdings muss der Vorgang innerhalb von 5 Stunden nach der Desinfektion wiederholt werden, da die Anzahl der Mikroorganismen auf der Haut wieder auf das Ausgangsniveau zurückkehrt.
Auswahl und korrekte Verwendung von Schutzhandschuhen
Medizinische Schutzhandschuhe ersetzen die Handhygiene nicht, sondern ergänzen sie. Das richtige Waschen mit Wasser und guter Seife (jeweils 20–30 Sekunden) gefolgt von der Anwendung eines wirksamen, vom URPBWMiPL zugelassenen viruziden Mittels (2 × 30 ml für 30 Sekunden) gewährleistet den Schutz vor der Übertragung des SARS-CoV-2-Virus.
Vor dem Anziehen von medizinischen Schutzhandschuhen müssen die Hände gewaschen und desinfiziert werden. Dieser Vorgang muss nach dem Ausziehen der Handschuhe unbedingt wiederholt werden.
Einweghandschuhe haben ein Verfallsdatum, auf das man achten sollte. Das Material, aus dem sie hergestellt sind, verliert nach einer gewissen Zeit seine Schutzeigenschaften. Die übliche Haltbarkeitsdauer beträgt 2 bis 5 Jahre.
Medizinische Schutzhandschuhe werden durch unsachgemäße Lagerung unbrauchbar. Die richtigen Lagerbedingungen sind ein Abstand von mindestens einem Meter zu Heizgeräten und Chemikalien, ein trockener und schattiger Ort sowie eine Temperatur zwischen 5 und 35 Grad Celsius.
Medizinische Schutzhandschuhe sollten vorzugsweise in einer puderfreien Ausführung gewählt werden, da das enthaltene Talkum Hautreizungen verursachen kann und die Kleidung leicht verschmutzt. Zudem ist Latex ein Protein, was bedeutet, dass es Allergien auslösen kann.
Das Wichtigste bei der richtigen Auswahl von medizinischen Schutzhandschuhen ist die Größe und die Passform an der Hand. Dies beeinflusst den Tragekomfort und die Wirksamkeit des Schutzes vor Krankheitserregern. Die passende Größe lässt sich am besten ermitteln, indem man den Umfang der Hand an der breitesten Stelle, also direkt über dem Daumen, misst. Wichtig ist auch eine mindestens 6 Zentimeter breite Manschette am Handschuh, die Mikroorganismen den Weg ins Innere erschwert.
Es wird empfohlen, medizinische Schutzhandschuhe nach etwa 90 Minuten oder nach Kontakt mit kontaminierten Gegenständen gegen neue auszutauschen. Zudem ist es wichtig, dasselbe Paar nicht erneut zu verwenden. Bei längerem Tragen wird ein Wechsel der Handschuhe empfohlen, da das Material, aus dem sie bestehen, durch Schweißbildung an den Händen und unsere Körpertemperatur seine Eigenschaften verlieren und sich ausdehnen kann.
Wenn das Material der medizinischen Schutzhandschuhe während des Gebrauchs reißt, müssen diese unbedingt durch neue ersetzt werden, nachdem die Hände zuvor gründlich gewaschen und ordnungsgemäß desinfiziert wurden.
Bei längerem Tragen von medizinischen Schutzhandschuhen ist eine angemessene Pflege der Hände unerlässlich. Durch die Reibung des Innenmaterials an der Haut kann es zu einer starken Austrocknung der Haut kommen. Achten Sie daher darauf, Ihre Hände mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Cremes einzureiben.
Beim Ausziehen der Schutzhandschuhe darf deren Außenseite nicht berührt werden. Die richtige und sichere Technik zum Ausziehen der Handschuhe wird in einem Video von dem Epidemiologen Dr. Waldemar Ferschke von der Firma Medisept vorgestellt.
Wie werden Schutzhandschuhe hergestellt?
Die Herstellung von medizinischen Schutzhandschuhen dauert zwischen 20 und 40 Minuten; in jeder Phase sollte eine Qualitätskontrolle gemäß den ISO-Normen durchgeführt werden.
Medizinische Schutzhandschuhe, die für den Einsatz in Gesundheitseinrichtungen bestimmt sind, müssen eine Reihe von Normen erfüllen, Prüfungen durchlaufen und über Zertifikate verfügen. Die Anforderungen betreffen die physikalischen Eigenschaften (Länge, Breite, Reißfestigkeit, Mikrorisse) sowie die Haltbarkeitsdauer. Daher werden die Beständigkeit gegen das Eindringen von Mikroorganismen, das Durchsickern und das Eindringen chemischer Substanzen sowie mechanische Beschädigungen (Durchstoßen, Abrieb, Einreißen) geprüft.
Der beliebteste Rohstoff für die Herstellung von medizinischen Schutzhandschuhen ist Latex, der aus Hevea brasiliensis gewonnen wird, einem Kautschukbaum, der in Südamerika und Ostasien wächst. Latexhandschuhe sind umweltfreundlich: Für ihre Herstellung wird ein natürlicher Rohstoff verwendet, wodurch sie vollständig biologisch abbaubar sind. Bei Kontakt mit empfindlicher Haut können sie jedoch starke allergische Reaktionen hervorrufen.
Vinylhandschuhe, die aus dem weit verbreiteten PVC (Polyvinylchlorid) hergestellt werden, sind leicht erhältlich und bieten einen wirksamen Schutz vor Krankheitserregern, liegen jedoch nicht eng an der Haut an. Es gibt sie in einer Ausführung mit einer Kollagenbeschichtung auf der Innenseite, die den Zustand trockener Handhaut verbessert.
Nitrilhandschuhe, die aus synthetischem Kautschuk hergestellt werden, sind am widerstandsfähigsten gegen mechanische Beschädigungen, Durchstiche oder Risse und weisen zudem die höchste Chemikalienbeständigkeit auf.
Folienhandschuhe aus dünnem Polyethylen (PE) oder etwas stärkerem Polyethylen hoher Dichte (HDPE) sind am günstigsten und werden am häufigsten in Lebensmittelgeschäften verwendet. Ihr größter Nachteil ist die schlechte Passform an der Hand und die mangelnde Elastizität (hohe Beschädigungsgefahr). Sie sind hautverträglich.
Schutzhandschuhe und die Umwelt
Die weltweite Produktion von medizinischen Schutzhandschuhen belief sich im April 2020 auf 270 Milliarden Stück, und die mit der Infektionswelle steigende Nachfrage hat diese Zahl fast verdreifacht.
Schon vor der SARS-CoV-2-Pandemie war das Problem des in den Meeren und Ozeanen treibenden Plastiks erschreckend. Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich derzeit bis zu 10 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren und Ozeanen befinden und dass es bis zum Jahr 2050 mehr Plastik als Fische geben wird.
Im Atlantik treibt eine Insel aus Plastikmüll, deren Fläche fast so groß ist wie das Staatsgebiet Polens, also über 312.000 km².
Einwegmasken, Handschuhe, Behälter für Desinfektionsmittel – all das, was uns vor dem Coronavirus schützen soll – landet nach dem Gebrauch oft auf den Straßen, in den Wäldern, in den Meeren und Ozeanen. Das größte Problem ist die Unwissenheit der Menschen hinsichtlich der ordnungsgemäßen Entsorgung von Schutzausrüstung.
Denken wir daran: Die Lebenswelt der Viren und die natürliche Umwelt sind untrennbar miteinander verbunden. Eine Veränderung der Lebensbedingungen auf der Erde kann dazu führen, dass neue Stämme von Krankheitserregern aktiv werden und somit weitere Pandemien entstehen. Je mehr Schutzhandschuhe, die derzeit zum Schutz verwendet werden, in die Umwelt gelangen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer weiteren weltweiten Pandemie.
DESHALB ENTSORGEN SIE GEBRAUCHTE SCHUTZHANDSCHUHE IMMER IN DEN MISTELMÜLL. #LassDichVomVirusNichtBesiegen



