Das Einfachste ist oft das Wirksamste

Manchmal erscheinen alltägliche Handlungen so selbstverständlich, dass wir ihren Einfluss auf unser Leben gar nicht mehr wahrnehmen. Das Waschen und Desinfizieren der Hände ist ein gutes Beispiel dafür – zumal diese Handlungen während der Coronavirus-Pandemie zur Gewohnheit geworden sind. Dabei schützen sie uns in hohem Maße vor weit verbreiteten Krankheiten, und Wissenschaftler aus aller Welt erforschen unter anderem die wirksamsten Methoden zur Händedesinfektion. Am Welt-Tag der Handhygiene zeigen wir Ihnen, wie man die Hände richtig desinfiziert und warum das so wichtig ist!
Alles begann vor Jahrhunderten, als der Chirurg und Geburtshelfer aus dem 19. Jahrhundert – Ignaz Semmelweis – feststellte, dass sich die Krankheit, die die Patientinnen auf der von ihm geleiteten Krankenhausstation dezimierte, über die verschmutzten Hände der Ärzte verbreitete. Ärzte, die Autopsien durchführten, übertrugen durch ihre infizierten Hände Infektionen von den Leichen auf die Patientinnen. Semmelweis führte daraufhin ein Protokoll zur Handhygiene ein (Desinfektion der Hände mit Chlorwasser) und senkte die Sterblichkeitsrate der Wöchnerinnen an Wochenbettfieber spektakulär – um das Zehnfache. Und obwohl die damalige medizinische Fachwelt nicht daran glaubte, dass diese einfache Methode einen entscheidenden Einfluss auf die Verringerung der Infektionszahlen hatte, bestätigte die Geschichte die Richtigkeit der These dieses Visionärs des 19. Jahrhunderts. Er wurde posthum geehrt – die Universität in Budapest wurde nach ihm benannt, und die Idee dieses Arztes wurde vom britischen Chirurgen Joseph Lister1 weitergeführt und bewiesen. Heute haben Wissenschaftler aus der Schweiz das Ruder übernommen.
Eine neue Methode zur Händedesinfektion, die den Anforderungen unserer Zeit gerecht wird?
Habt ihr euch schon einmal gefragt, an welchem Ort man die größte Anzahl verschiedener krankheitserregender Keime „antreffen“ kann? Die Antwort ist einfach! Dort, wo die meisten Krankheiten auftreten, also in Gesundheitseinrichtungen. Wenn ihr in nächster Zeit einen Arzttermin habt, braucht ihr euch jedoch keine Sorgen zu machen. Das medizinische Personal, das seit Jahren mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Sporen zu tun hat, weiß genau, wie man diese beseitigt und das Infektionsrisiko minimiert. Das Waschen und Desinfizieren der Hände gehört zu den grundlegenden Maßnahmen, die von Mitarbeitern in Krankenhäusern und Arztpraxen durchgeführt werden, um die Sicherheit für sich selbst und ihre Patienten zu gewährleisten. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstreicht deren Bedeutung und hat bereits vor vielen Jahren den Welt-Tag der Handhygiene ins Leben gerufen. Dieser soll die Handhygiene als eine der wirksamsten Methoden zur Vorbeugung von Krankheiten fördern.
Kürzlich hat sich in medizinischen Kreisen eine neue Methode zur Händedesinfektion etabliert, die wir auch im Alltag erfolgreich anwenden können. Am Schweizer Universitätsspital Basel führten Wissenschaftler hochgradig zuverlässige Studien zu Methoden der Händedesinfektion durch. Sie wählten nach dem Zufallsprinzip 12 Krankenhausstationen aus, von denen die Hälfte die bisher geltende Sechs-Schritte-Technik anwenden sollte, die andere Hälfte die neue Drei-Schritte-Methode. Beide Techniken erfordern die Verwendung von 3 ml Desinfektionsmittel und eine Einwirkzeit von 30 Sekunden. Die Sechs-Schritte-Technik wurde bereits in den 1970er Jahren von einem Forscherteam aus Birmingham entwickelt, darunter der Mikrobiologe Graham Ayliffe, nach dem die Methode selbst benannt wurde – die Ayliffe-Technik. Sie wurde von britischen Krankenhäusern übernommen und 2009 von der Weltgesundheitsorganisation zugelassen. Jeder der sechs Schritte der Ayliffe-Technik umfasst fünf „Hin- und Her“-Bewegungen und betrifft verschiedene Bereiche der Hand 2. Die neue Drei-Schritte-Technik hingegen besteht aus: 1. dem Befeuchten der gesamten Handfläche mit einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel (nach eigener Einschätzung), 2. das kreisende Reiben der Fingerspitzen an der Innenseite der anderen Hand, 3. das kreisende Reiben beider Daumen³. Einfach? Und ob! Aber funktioniert das wirklich?

Schweizer Forscher haben nachgewiesen, dass die neue Methode der Handdesinfektion Krankheitserreger genauso wirksam beseitigt wie die Sechs-Schritte-Technik. Dabei ist sie einfacher – Tests haben gezeigt, dass die Einhaltung der Dreistufen-Methode in der Praxis bei 54,3 % lag, während sie bei der Sechs-Schritte-Technik nur 16,4 % betrug.
Desinfektionstechnik und Qualität des Präparats sind entscheidend
Neben der eigentlichen Technik der Händedesinfektion spielt auch die Qualität des verwendeten Präparats eine wesentliche Rolle in diesem Prozess. In öffentlichen Räumen – in Geschäften, Schulen und Sportstätten – stößt man jedoch häufig auf Pseudodesinfektion, d. h. Flüssigkeiten unbekannter Herkunft, die in Applikatoren für professionelle Biozidprodukte umgefüllt werden. Zu dieser Gruppe zählen wir auch Präparate mit einem „Schnapsgeruch“, die die Haut stark reizen und in Verpackungen ohne Etikett angeboten werden.
Aus diesem Grund führt die Oberste Kammer der Krankenschwestern und Hebammen gemeinsam mit Herstellern professioneller Desinfektionsmittel – darunter dem größten polnischen Hersteller von Desinfektionspräparaten nach medizinischem Standard, MEDISEPT – eine Aufklärungskampagne unter dem Motto „Desinfektion ja, aber nicht irgendwie“ durch. Wir laden Sie ein, sich das Video anzusehen, in dem Experten Ratschläge geben, wie man sich nicht täuschen lässt und wirksame sowie sichere Desinfektionsmittel auswählt.
Weitere Informationen zur Infektionsprävention finden Sie auf der Website www.medisept.pl



