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Verbraucherblog

Händewaschen – wie hat alles angefangen?

27.06.2025
Zu lesen in 8 min

Mycie rąk — od czego się zaczęło

Heute ist Händewaschen eine ganz alltägliche Handlung. Es ist kaum vorstellbar, dass Ärzte noch Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Hände vor einer Operation nicht desinfizierten. Wer hat die Bedeutung von Wasser und Seife entdeckt, welchen Einfluss hatte dies auf das Leben Tausender Menschen und was hat sich seitdem verändert? 

Der Zusammenhang zwischen Händewaschen und Gesundheit wurde erstmals vor zwei Jahrhunderten erkannt. Zuvor hatte niemand damit in Verbindung gebracht, dass Vergiftungen, Durchfall, Cholera oder schwerwiegende postoperative Komplikationen, die sogar zum Tod führen können, die Folge sein könnten, wenn eine so einfache Maßnahme versäumt wird.

Die Anfänge

Ignaz Semmelweis wird als Vater der Antisepetik bezeichnet, und ihm ist es zu verdanken, dass auf die Notwendigkeit der Händedesinfektion vor medizinischen Untersuchungen und Eingriffen aufmerksam gemacht wurde. Dank seiner Erkenntnis und der Einführung neuer Praktiken sank die Zahl der Todesfälle auf der Entbindungsstation, auf der er arbeitete, um die Hälfte. Damit bewies er, dass Händewaschen Infektionen verhindern kann, doch es gelang ihm nicht, diese Gewohnheit zu verbreiten. Seine Ansicht wurde als Marotte und nicht als wissenschaftliche Tatsache angesehen. Die Ärzte waren weiterhin der Ansicht, dass das Wochenbettfieber von Witterungsbedingungen oder anderen absurden Gründen abhängig sei, die nichts mit dem Krankenhausumfeld zu tun hätten. Man wollte den Gedanken nicht zulassen, dass gefährliche Bakterien und Viren von den Medizinern selbst auf die Patienten übertragen werden könnten.

Einige Jahre später stellte auch die berühmteste Krankenschwester der Welt, Florence Nightingale, einen ähnlichen Zusammenhang bei der Entstehung von Infektionen fest. Während des Krimkriegs, als Mediziner noch der Ansicht waren, dass Wundinfektionen auf die unangenehmen Gerüche in den Lagern zurückzuführen seien, führte sie das Händewaschen in Feldlazaretten ein, was schnell die gewünschten Ergebnisse brachte und zu einem Rückgang der Infektionszahlen führte. Doch ähnlich wie im Fall von Ignaz Semmelweis wurden auch ihre Methoden nicht allgemein verbreitet. Dies gelang erst Joseph Lister, der ein System der antiseptischen Behandlung entwickelte, das in den 1880er Jahren allgemein eingeführt wurde.

Auch ein polnischer Facharzt leistete einen Beitrag zur Entwicklung der Antisepetik. Jan Mikulicz-Radecki gilt dank der Einführung von Operationshandschuhen aus Baumwolle als einer der Pioniere auf diesem Gebiet. Wahrscheinlich war er auch der Erste, der Baumwollmasken zum Bedecken von Mund und Nase einsetzte, die früher als „Mikulicz-Maske“ bezeichnet wurden. Im Laufe der Zeit wurden immer strengere Vorschriften für Ärzte sowie Maßnahmen zur Händedesinfektion in Krankenhäusern eingeführt.

Während sich die Antisepetik als Fachgebiet erst relativ spät entwickelte, war die Handhygiene schon seit sehr langer Zeit im Alltag präsent. Die Geschichte der Seife, des gängigsten Reinigungsmittels, ist lang und reicht Tausende von Jahren zurück bis in die Zeit des antiken Babylons. Anschließend verbreiteten es die Römer, Kelten und Araber, die ebenfalls den Kult des reinen Körpers pflegten, wobei das Händewaschen vor allem im Zusammenhang mit zeremoniellen und religiösen Praktiken stattfand. Es wurde vor der Ehrung der Götter oder Gottheiten durchgeführt und war ein zeremonieller Bestandteil jedes Glaubens. Die Priester ermutigten die Gläubigen zum Baden, um den Körper zu reinigen, was zu einem Beispiel für systematische Hygienepraktiken wurde. Allerdings erkannten sie noch nicht den Zusammenhang zwischen Körperpflege und Gesundheit.

Was brachte das 20. Jahrhundert?

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte entwickelten sich der Begriff der Hygiene und die Mittel zu ihrer Umsetzung weiter. Doch erst im 20. Jahrhundert führten Gesellschaften aus aller Welt diese Praxis als Teil der Sorge um die eigene Gesundheit in ihren Alltag ein. Es dauerte viele Jahre, bis die Menschen lernten, sich nicht nur dann die Hände zu waschen, wenn sie schmutzig sind. Bakterien und Keime sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, umso schwieriger war und ist es, diese Gewohnheiten zu ändern. Dank entsprechender Aufklärung sind die Vorteile des Händewaschens jedoch allgemein bekannt. Wir wissen, dass wir uns vor dem Essen, nach der Rückkehr nach Hause – insbesondere aus öffentlichen Räumen – sowie nach dem Kontakt mit Tieren und allen Gegenständen, auf denen sich eine erhöhte Anzahl an Keimen befindet, die Hände waschen sollten. Im Grunde genommen ist jeder Gegenstand eine „Bakterienbombe“, auf der sich sogar mehrere Zehntausend Mikroorganismen ansammeln. Es reicht schon, mit ungewaschenen Händen die Augen- oder Mundpartie zu berühren, und schon sind wir einem enormen Infektionsrisiko ausgesetzt. Um darauf aufmerksam zu machen, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2008 den 15. Oktober zum „Welt-Händewasch-Tag“ erklärt. Dieser Tag soll der Weltöffentlichkeit bewusst machen, wie wichtig das Händewaschen für ihre Gesundheit und ihr Leben ist, da es vor einer Ansteckung mit vielen Krankheiten schützen kann.

Das Ende des 20. Jahrhunderts brachte auch viele Neuerungen im Bereich zusätzlicher Hilfsmittel mit sich, die dabei helfen, eine angemessene Hygiene aufrechtzuerhalten, wie beispielsweise Handdesinfektionssprays, die man verwenden kann, wenn man keinen Zugang zu Wasser und Seife hat. Diese Produkte wirken gegen Bakterien, Hefepilze, Tuberkelbakterien sowie Viren wie Herpes, Gelbsucht, HIV und das Rotavirus, das Infektionen des Verdauungstrakts verursacht.

Um solche Infektionen zu vermeiden, ist es außerdem wichtig, dass Kosmetiksalons, Friseursalons, Zahnarztpraxen und andere Einrichtungen, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Hautkontakt anbieten, ebenfalls die Hygienestandards einhalten. Derzeit gibt es zahlreiche Präparate, die eine angemessene Desinfektion ermöglichen. Es ist wichtig, diese sogar auf kleinste Geräte oder deren
Teile sowie auf Gegenstände wie Liegen oder Arbeitsflächen anzuwenden. Diese Mittel verhindern bei vorschriftsmäßiger Anwendung die Ausbreitung von Bakterien und Viren. Damit sie wirksam sind, muss die Einwirkzeit eingehalten und das richtige Mittel an die jeweilige Oberfläche angepasst werden. So tragen sie wirksam dazu bei, während der Erbringung von Dienstleistungen eine ordnungsgemäße Hygiene zu gewährleisten.

Es ist wichtig, Kindern schon von klein auf beizubringen, wie man sich richtig die Hände wäscht, zumal sie aufgrund ihrer noch nicht ausreichend entwickelten Immunabwehr anfälliger für Keime sind. Je früher wir diese Gewohnheit in ihren Alltag integrieren, desto größer ist die Chance, dass sie ihnen ein Leben lang erhalten bleibt.

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